Am Freitag um 16 Uhr ging es los. Noch wussten die 18 Jugendlichen nicht was sie in den zwei Tagen erwartet. Jugendfeuerwehrwartin Kerstin Rademacher begrüßte die Kids an der Feuerwache und Organisator Marius Rademacher-Ungrad übernahm die Bekanntgabe von Regeln, Ablauf und Einteilung auf die Fahrzeuge für die praktische Ausbildung. Anschließend wurden erst einmal die Schlafstätten im Keller bezogen, dafür standen Schulungsräume der Jugendfeuerwehr und der Einsatzabteilung zur Verfügung.

Um halb fünf startete die erste praktische Ausbildung zum Thema Spüren und Messen im Freibad Oker. Das Löschgruppenfahrzeug 10/6 fuhr zum Technikgebäude des Freibades. Angenommen wurde ein Chlorgasaustritt, weshalb sich die Trupps mit Atemschutzatrappen ausrüsteten und einen Spür- & Messkoffer mitnahmen. Kerstin erklärte den Trupps, wie sie in einem wirklichen Fall vorgehen müssten. Um das austretende Chlorgas ungefährlich zu machen wurden ein Hydroschild und ein Wasserlüfter eingesetzt.

Das zweite Löschfahrzeug fuhr in die Einfahrt des Freibades. Dort wurden die eingeweihten Besucher von den jungen Kameraden gebeten das Freibad zu verlassen oder das Kioskgebäude aufzusuchen und Fenster und Türen geschlossen zu halten.

Als das alles geschehen war führte Techniker Carsten Jeschke die gesamte Gruppe durch die Technikräume des Freibades. Echt interessant wie das mit dem Chlor eigentlich funktioniert und dass unser Freibadwasser über schwarze 3000m lange Schläuche nur von der Sonne erwärmt wird. Auch zeigte uns Herr Jeschke wie Chlor mit Ammoniak reagiert und stellte uns Chlorgranulat zur Verfügung, damit wir eine richtige Messung vornehme konnten.

 

 

Zurück in der Feuerwache konnte die Dienstkleidung gegen gemütliche Oberteile und kurze Hosen getauscht werden. Die Erziehungsberechtigten kamen zum gemeinsamen Grillen und brachten leckere Salate mit. Für jeden war etwas dabei und alle haben sich ordentlich den Bauch vollgeschlagen. Eltern bekamen so die Möglichkeit zu schauen, was ihre Kinder bei der Jugendfeuerwehr so machen und konnten sich mit der Jugendwartin und ihrem Team unterhalten.

Nach einer kleinen Verdauungspause trafen sich alle mit Sportsachen in der leeren Fahrzeughalle, um gemeinsam etwas Sport zu treiben. Erst wurde sich warm gemacht und ordentlich gedehnt, dann flog der Softball durch die Halle. Fast eine Stunde lang spielten die Kids Fußball und schienen gar nicht müde zu werden. Um kurz vor zehn leitete das Team dann aber die Abendruhe ein.

 

 

Um kurz nach zehn Uhr hieß es dann aber nochmal auf die Fahrzeuge. Auf dem Adenberg hatten sich Wanderer in der Dunkelheit verlaufen und mussten nun gesucht werden. Auch ein Dienst, den wir im Jugendfeuerwehralltag nicht oft machen können. "Hallo, hören sie uns, hier ist die Feuerwehr" riefen die Jugendlichen bei Schritttempo durch den Wald aus den Fahrzeugen. Nach einigen Metern entdeckte der Einsatzleitwagen eine Person auf einer Bank liegend. Schnell war der stellv. Jugendfeuerwehrwart aus Goslar erkannt. Doch was er von sich gab, war nicht mehr als "1, 2, 3, 4 - alle weg". Gesichert mit Feuerwehrleinen suchten die Jugendlichen nach weiteren Personen. Eine Person musste mit der Schleifkorbtrage fünf Meter auf den Waldweg hochgezogen werden. Ein Ausbilder zeigte den Jugendlichen wie es funktioniert. Auch nicht alltäglich für die Jugendfeuerwehr. Nach einer guten Stunde waren alle wohlbehalten in die Feuerwache zurückgekehrt und fielen nach ein paar Minuten Getuschel in den Schlaf.

 

 

Der Samstagmorgen startete mit einem weiteren praktischen Ausbildungsdienst. Es wurde ein Waldbrand angenommen, so dass eine offene Wasserentnahmestelle eingerichtet und einige Meter Schlauchleitung verlegt werden mussten. Dabei wurde auch der Schlauchanhänger mit insgesamt 200m B-Schlauch genutzt. Für die Meisten JF'ler das erste Mal.

Um halb acht gab es Frühstück, welches Florian während des Dienstes für uns zubereitete. Mit Brötchen und Kakao stärkten sich alle für den Samstag. Anschließend war genug Zeit um Duschen zu gehen und sich die Zähne zu putzen.

Timo und Torsten hatten neben der Feuerwache einen Dienst zum Thema "Verbrennen und Löschen" vorbereitet. Bei den Experimenten hieß es für die Jugendlichen einmal nur zuschauen. Aber dennoch interessant, denn mit Feuer spielen ist ja normalerweise verboten und zum Beispiel Fett mit Wasser löschen sehr gefährlich.

 

 

Um halb elf ging es dann zu einem weiteren praktischen Ausbildungsdienst. Bei dieser Übung sollten die Kids mal mehr als einen normalen dreiteiligen Löschangriff für einen angenommenen Gebäudebrand aufbauen. Die Angriffstrupps waren mit den Atemschutzatrappen ausgerüstet und gingen mit Jugendwartin Kerstin in den "Innenangriff". Dort lernten die Kids im unvernebeltem Gebäude den Seitenkriechgang und Suchmethoden und fanden kleine Dummys, die das JRK nach der Rettung versorgen musste. Im Außenbereich kamen die Jugendfeuerwehren aus Goslar und Vienenburg zur Hilfe. Es wurde eine lange Wegstrecke von der Abzucht in Höhe der Grundschule Unteroker mit mehreren "Zwischenpumpen" aufgebaut. Von außen "löschten" drei Trupps das Gebäude. Hier wurden die Jugendlichen durchgewechselt, so dass jeder Mal mit dem Wasser spritzen durfte. Eine spannende und aufregende Sache für die Kids. Auch stellv. Ortsbrandmeister Hans-Jürgen Bothe beobachte die Übung zufrieden.

Nach dem Abbau sammelten sich alle Beteiligten zur Nachbesprechung und Gruppenfoto vor der Kindertagesstätte, die als Übungsobjekt diente. Leiterin Anja Voges freute sich, dass so viele Jugendliche Feuerwehrfrauen- & männer werden wollen und gemeinsam die Ausbildung in und um ihre KiTa absolvierten. Auch für sie eine neue Erfahrung, was bei einem wirklichen Einsatz so alles passieren könnte. Rauchmelder werden gleich nächste Woche nachgerüstet. Auch die Jugendfeuerwehren sagten Danke, dass sie an der KiTa lernen durften. Als Dankeschön erhielten die Kids noch etwas zu Naschen von Frau Voges.

 

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Zum Mittag kamen alle in der Feuerwache Oker zusammen. Florian hatte für 60 Personen Nudeln Bolognese zubereitet und aufgetischt. Eine willkommene Stärkung bevor die ersten Aufräumarbeiten starteten. Die Zeit zwischen dem Essen und dem letzten Dienst nutzten die Jugendlichen dann zum Tasche packen und Feldbett abbauen.

Der letzte Dienst startete gegen halb drei gemeinsam mit dem Jugendrotkreuz. Dargestellt wurde ein Verkehrsunfall bei dem zwei Personen mit ihrem Auto frontal gegen einen Baum gefahren sind. Eine Person wurde "eingeklemmt" und eine zweite leicht verletzt. Für das JRK waren die beiden "Verletzten" mit Lebensmittelfarbe angemalt. Bei diesem praktischen Dienst gab es verschiedene Stationen: Verkehrssicherung, Aufnahme von Kraftstoffen, Betreuen von Verletzten und das Befreien von eingeklemmten Personen aus einem PKW. Der auslaufende Kraftstoff wurde mit Lebensmittelfarbe gefärbtem Leitungswasser dargestellt und das Ölbindemittel war Kakaopulver. Mit Straßenbesen wurde das Pulver über die Flüssigkeit verteilt. Die Feuerwehr Goslar kam mit dem Rüstwagen und übernahm  die "technische Rettung". Alle Jugendlichen versammelten sich am Unfallauto und lauschten Markus Baginski bei seinen Erklärungen zu Schere und Spreizer. Vier Jugendliche durften vorbereitete Metalle mit der hydraulischen Schere durchschneiden. Ein absolutes Highlight für die vier. Anschließend war die Person im Fahrzeug befreit und wurde dem JRK übergeben, welches die Versorgung übernahm. Diese Übung wurde von unserem Ortsbrandmeister Bernd Aßmann beobachtet, der von der Übung und vorallem von der Darstellung der auslaufenden Flüssigkeit begeistert war.

 

 

An der Feuerwache zurückgekehrt wurden die Fahrzeuge wieder Einsatzbereit gemacht und die Feuerwache gereinigt. Nach 24 Stunden Jugendfeuerwehr gingen die Jugendlichen mit vielen neuen Erfahrungen und einem Lächeln im Gesicht, dennoch erschöpft nach Hause.

Wir bedanken uns beim Team des Freibad Oker, der KiTa St. Paulus, den verunfallten Sophie und Marie, den Jugendfeuerwehren Goslar und Vienenburg, dem Jugendrotkreuz, sowie allen beteiligten Ausbildern für die Unterstützung bei diesem Ausbildungsseminar!

 

Mehr Fotos gibt es in unserer Fotogalerie.

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Freiwillige Feuerwehr Oker
Jugendfeuerwehr
Hüttenstraße 2a
38642 Goslar

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