Nachdem mit dem 12. März 2020 der Jugendfeuerwehrdienst aufgrund der Corona-Pandemie eingestellt wurde begannen die Überlegungen der Jugendfeuerwehrwarte, wie man die Jugendlichen bei Laune und bei Wissen halten könnte. Erste Überlegungen gingen in die Richtung von digitalen Angeboten. Doch das sollte nicht alles sein.

Um sich auf die Zeit mit digitalen Diensten vorzubereiten haben sich die Jugendfeuerwehrwarte Michael und Marius etwas Zeit genommen. Wenn die Jugendfeuerwehr Oker in die digitale Ausbildung starten sollte, dann gut vorbereitet und mit einem System. So gab es im April den ersten Online-Dienst per Videochatplattform und vorbereitetem Video. Darauf folgten noch 10 weitere Online-Treffen. Aber schnell war klar - nur Videos anschauen reicht nicht aus, es fehlt etwas zum Anfassen. So wurden bereits in die Online-Dienste Leinen und Geräte integriert, die vor dem Dienst zu den Jugendlichen nach Hause gebracht wurden. So konnten nicht nur Videos geschaut, sondern auch direkt mitgemacht werden. Bei dem Dienst Gerätekunde schlüpfte sogar jedes Jugendfeuerwehrmitglied in die Rolle des Ausbilders und erklärte das Gerät, welches er vor dem Dienst nach Hause bekommen hat. Das kam richtig gut bei den Jugendlichen an.

Michel (re) und Marius präsentieren die MaterialkistenDaraufhin haben sich Michael und Marius zusammen mit ihrem Ausbilderteam Gedanken gemacht, wie man solche Angebote auch in den Sommerferien schaffen kann, ohne die Zeitaufwändigen Videos zu drehen. Inspiriert vom Vorbild der Jugendfeuerwehr Haverlah sollte mit Hilfe eines Microprojektes der Förderung Generation³ eine Materialkiste für jedes Mitglied entstehen. Um den Nerv der Jugendlichen zu treffen durften die Jugendsprecher Celina und Joel mit planen. Gemeinsam wurde entschieden was angeschafft werden soll: Die Transportkisten, Knotengestelle, Funkgeräte, Legobausteine, Waldbrandeinsatzkarten, Erste-Hilfe-Material, Vogelhäuser, Schläuche und eine Mund-Nasen-Bedeckung mit dem Logo der Feuerwehr Oker. Doch auch die Mitgliedergewinnung in Corona-Zeiten war ein Thema, denn Interessierte konnten nicht zur Feuerwehr eingeladen werden. Es entstand die Idee Pappfiguren als Werbeträger anzuschaffen. Um den Interessierten ein bisschen die Feuerwehrtechnik näher zu bringen wurde zudem eine digitale Schnitzeljagd eingerichtet. Den ausführlichen Bericht dazu gibt es hier. Insgesamt stellte uns das Land Niedersachsen über das Projekt Generation³ hierfür 2500€ bereit. Etwas über 200€ kommen aus der Feuerwehrkasse als Eigenzuschuss hinzu.

Leider kam es bei den Bestellungen durch die Corona-Pandemie zu erheblichen Verzögerungen, so dass die Materialkisten leider nicht, wie geplant, bereits vor den Ferien verteilt werden konnten. Am 04. September war es dann aber endlich soweit. Die Jugendfeuerwehrmitglieder erhielten die Information, dass sie an diesem Abend etwas bekommen und Zuhause sein sollen. Aber mehr wurde noch nicht verraten. Umso größer war die Überraschung und Freude, als Michael und Marius mit dem Löschfahrzeug vorfuhren und die Materialkisten ausluden. Zu einigen Jugendlichen begleitete die Goslarsche Zeitung das Vorhaben und berichtete anschließend darüber. Noch an Ort und Stelle wurden die Materialkisten mit ihrem Inhalt inspiziert und teilweise auch schon ausprobiert. So zum Beispiel Devin. Er legte gleich Hand am Schlauch an und zeigte dem Redakteur der Goslarschen Zeitung, wie man einen C-Druckschlauch zielgerichtet ausrollt und wieder richtig aufrollt. Auch wenn der Jugendfeuerwehrdienst am 11. September wieder aufgenommen wurde kommen die Materialkisten weiter zum Einsatz. Verschiedene Aufgaben können die Jugendlichen jederzeit miteinander Lösen. Für andere Aufgaben werden die Ausbilder neue Videos aufnehmen, so dass zum Beispiel auch in den Herbstferien oder an einem freien Wochenende geübt werden kann.

Fazit des Projektes: Wir haben alle 18 Jugendfeuerwehrmitglieder bei der Stange halten können und von ihnen durchweg positive Rückmeldungen erhalten. Welche Erfolge unsere Pappaufsteller und die Schnitzeljagd haben bleibt abzuwarten. Wir werden später darüber berichten.

 
Devin (links) zeigt vor laufender Kamera wie ein Schlauch zielgerichtet ausgerollt wird.  |  Joel (rechts) präsentiert stolz seine Materialkiste.

 

Die Materialkiste und ihre Aufgaben:

Schlauch und Holzklötze: Hier sollen das zielgerichtete Ausrollen und das richtige Aufrollen eines Schlauches geübt werden.

Knotengestell: Vorab haben die Jugendfeuerwehrmitglieder bereits Leinen erhalten. Mit Hilfe des Knotengestellt und einem Video können nun Zuhause fleißig Knoten geübt werden.

Erste-Hilfe-Material: Hier gibt es zwei Verwendungszwecke. Zum einen beinhaltet die Box Mullbinden zum Üben. Zum anderen sind eine kleine Erste-Hilfe-Tasche und ein Beatmungstuch als Alltagsbegleiter da.

Waldbrandkarte: Sie wird Bestandteil eines Online-Dienstes. Auf ihr können mit Hilfe von Koordinaten Einsatzstellen im Wald gefunden werden auch ohne Navigationsgerät.

Funkgerät & Bausteine: Funkgeräte finden bei der Feuerwehr sehr häufig Verwendung. Um das deutliche und strukturierte Sprechen damit zu Üben bilden die Jugendlichen jeweils Paare. Wer mit wem Funken soll ist festgelegt, denn der jeweilige Partner hat die Anleitung für die Figur, die mit den Bausteinen des Partners gebaut werden müssen. Es bedarf also einfachen und deutlichen Befehlen, damit der Gegenüber die Bausteine richtig zusammenbaut. Beispiel: Jugendlicher A hat die Anleitung für die Bausteine von Jugendlichen B. Er muss nun über das Funkgerät Anweisungen geben, welcher Baustein worauf gebaut werden muss.

Vogelhaus: Das Vogelhaus soll die Kreativität fördern und damit den Umweltschutz aufgreifen. Die Jugendlichen dürfen das Häuschen selbst gestalten und anschließend im Garten aufhängen.

Mund-Nasen-Bedeckung: Auch im Dienstalltag der Jugendfeuerwehr wird aktuell eine Mund-Nasen-Bedeckung benötigt. Mit der im Jugendfeuerwehr Oker Style bedruckten Bedeckung sieht das sogar richtig gut aus. Außerdem dürfen die Jugendlichen die Bedeckung auch privat tragen und machen so ordentlich Werbung für ihr Ehrenamt.

 

Fotos: 1x Feuerwehr Oker, 4x Daria Brabanski (Goslarsche Zeitung)

 

Dieses Projekt wurde gefördert durch:

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